Gürtelprüfungen sorgen (nicht nur) im Aikido immer wieder für Diskussionen. Die einen finden sie wichtig, andere sinnlos und wieder andere fürchten sich vor Prüfungssituationen. In unserer Gruppe wird ein aktives Prüfungswesen gelebt, d.h. sobald ein Aikidoschüler bereit für eine Prüfung ist, wird ihm empfohlen diese anzutreten. Eine Prüfungssituation ist immer etwas besonderes und es ist völlig normal, dass man jetzt aufgeregt ist - sowohl als Prüfling als auch als vorbereitender Lehrer! Es wird mehr Adrenalin durch den Körper schießen als beim üblichen Vorzeigen der Techniken im Training und das ist durchaus so gewollt. Denn die Aikidotechniken sollen schließlich auch in einer Stresssitution noch sauber gezeigt werden. Somit ist eine Prüfung zurecht ein Meilenstein auf dem Weg des Aikidoka.

Selbstverständlich wird niemand gezwungen, aber es gehört zu unseren Grundsätzen nur gut vorbereitete Kandidaten in eine Prüfung zu schicken. Insofern: Nur Mut, wenn die Empfehlung von den Trainern ausgesprochen wird.

In unserem Verein sind mehrere Trainer prüfungsberechtigt, d.h. sie dürfen bis zu einem gewissen Grad selbstständig Gürtelprüfungen abnehmen. Allerdings vertreten wir die Ansicht, dass eine Prüfung im eigenen Verein aus zwei Gründen abzulehnen ist:

  1. Die oben beschriebene "besondere Prüfungssituation" wird ein wenig abgeschwächt, da das Vorzeigen der Techniken vor dem eigenen Trainer regelmäßig im Training stattfindet.
  2. Eine externes Feedback zu den gezeigten Techniken ist sowohl für den Prüfling als auch dessen Lehrer generell sehr lehrreich.

Für Gürtelprüfungen fahren wir daher zu anderen DAB-Vereinen in der Umgebung, zumeist nach Kissing.